Ich werde nicht versuchen, den
Inhalt von
Die drei Sonnen von Liu Cixin zusammenzufassen. Der Roman des chinesischen Autors erschien im Original 2006 und erhielt zahlreiche Auszeichnung, unter anderem den Hugo Award 2015 als bester Science-Fiction-Roman. So gelangte Die drei Sonnen auch auf meine to-read-Liste und als sich eine Leserunde der Mitlesezentrale fand, war es nun zum Jahreswechsel soweit. Ich war optimistisch; das Audiobook wird professionell gelesen von Mark Bremer.
Im ersten Teil werden mehrere der Hauptcharaktere mit ihren eigenen Erzählsträngen eingeführt, die etwas ungewohnten Namen erschwerten mir das Einordnen manchmal, aber mein Interesse war geweckt. Die Schilderungen um Trisolaris bzw. das Spiel 3body sind phasenweise schon langatmig, aber noch interessant, weil man sich die außerirdische Gesellschaft noch nicht vorstellen kann. Hervorstechend sind die inneren Gedankengänge der Protagonisten, wenn sie sich ihre Meinung zur drohenden Invasion durch die Trisolarier bilden. Die extremen Haltungen, die daraus resultieren, erschließen sich mir nicht, sind eher befremdlich. Leider gerät der Roman im letzten Drittel etwa in eine erzählerische Schieflage: Statt weiter bei den Themen Motivationen und gesellschaftliche Probleme zu bleiben, entsteht eine Art Wissenschaftserzählung, deren Substanz ich aufgrund mangelnder Physikkenntnisse nicht beurteilen kann. Beide Kulturen/Gesellschaften arbeiten an der Übertrumpfung bzw. Lahmlegung der gegnerischen Wissenschaft, was detailreich erläutert wird - und mich leider überhaupt nicht mehr fesseln konnte. Zusätzlicher Frust entsteht am Ende, denn das Buch schließt in keiner Weise mit seiner eigenen Thematik ab (oder es ist mir entgangen), denn es folgen zwei weitere Trisolaris-Bände.
Das alles bleibt mir zu vage - viele interessante Themen und Gedankengänge (auch bzgl. der chinesischen Geschichte, aber auch die Beweggründe einzelner Charaktere) werden angeschnitten, aber nicht weitergeführt, was mich durchaus frustriert hat im Laufe des Romans. Leider kein Treffer für mich.
Liu Cixin, Die drei Sonnen. Rubikon 2018.